Jetzt ist ein „Ehrenband“ erschienen mit dem Titel „Elisabeth Schiemann 1881-1972 – Vom Aufbruch der Genetik und der Frauen in den Umbrüchen des 20. Jahrhunderts“. Dieser reich bebilderte Sammelband, herausgegeben von Reiner Nürnberg, Ekkehard Höxtermann und Martina Voigt, basiert auf den Vorträgen bei einem gleichnamigen interdisziplinären Symposium aus Anlass des 200. Jubiläums der Humboldt Universität in Berlin im Jahre 2010. Angeregt vom Erfolg des Symposiums kamen neue Beiträge für den Sammelband hinzu. Rund 30 Autoren und Autorinnen, sowie Zeitzeugen aus dem Inund Ausland, vermitteln in deutscher und in englischer Sprache einen lebendigen Eindruck vom Leben und Wirken der charaktervollen Elisabeth Schiemann, die seit ihrem 6. Lebensjahr in Berlin lebte und eine der ersten Studentinnen und Professorinnen in Deutschland war. In gut gegliederten Abschnitten werden untersucht: Elisabeth Schiemanns baltischer und familiärer Hintergrund; ihre wissenschaftliche Laufbahn als Frau und Expertin für Kulturpflanzen im Kontext der zeitgenössischen Gen-Forschung; ihr Widerstand gegen den Nationalsozialismus als Mitglied der bekennenden Kirche und der Entzug ihrer Lehrerlaubnis als Professorin; die internationale Anerkennung nach dem Krieg, ihre wissenschaftlichen Arbeiten, Auszeichnungen, Kontakte und Freundschaften mit Wissenschaftler/innen im Inund Ausland. Ein Anhang zu Bildern, Daten, Schriften und Quellen zur Biografie Elisabeth Schiemanns vervollständigt den sorgfältig zusammen gestellten, sehr informativen Ehrenband.

Monika v. Hirschheydt

Elisabeth Schiemann – 1881-1972 – Vom Aufbruch der Genetik und der Frauen in den Umbrüchen des 20. Jahrhunderts. BASILISKEN-PRESSE, Rangsdorf 2014, 572 Seiten, 39,00 €; ISBN 978-3-941365-13-1

Quelle: Mitteilungen aus baltischem Leben – 3/2015